Tai Chi Chuan

Bewegung Tai Chi

Die Kunst der langsamen sanften, fließenden und meditativen Bewegungen.

Das offensichtlichste Merkmal des Yang-Stil-Taijiquan, die langsame Ausführung, verleitet sehr leicht dazu, es beim Üben wie bei der Betrachtung, auf das Körperliche und die Langsamkeit zu reduzieren. Doch welche Wiksamkeit kann man dann noch erwarten, wenn wesentliche und essentielle Inhalte fehlen? Dabei hat dieser Stil doch viele weitere „Gesichter“. Seine Facetten sind so vielseitig, so umfangreich, daß es einem Studium gleich kommt, seine volle „Bandbreite“ kennen zu lernen. Diese Bemerkung soll niemanden abschrecken, sie soll nur eine Aussage über den wirklichen Charakter treffen.
Meines Erachtens hat der etwas einseitige Fokus im Bereich der „Lebenspflege“ zu einem „Mauerblümchen-Dasein“ geführt. Auch ist dieser Stil, wie Taijiquan überhaupt, nicht nur was für „Oma und Opa“. Das Taijiquan der Familie Yang ist und kann mehr.
Welch kostbaren Schätze man da allerdings an die Hand bekommt, muß man selbst herausfinden. Innere Künste kann man wohl von außen betrachten, aber über das Wesen des Inneren wird man auf diese Weise nichts erfahren. Eine Zen-Weisheit meint in diesem Zusammenhang: „Der Finger, der auf den Mond zeigt, ist nicht der Mond.“
Meine Erklärungen hier sind nur der „Finger“, um den Mond zu verstehen müßte man also Mond „werden“. Na ja, der Vergleich hinkt, aber Yin und Yang finden nur über den Seins-Wandel Eingang in uns, und eben nicht durch Entschuldigungen und Ausreden.
Bruce Lee´s berühmte Aussage: „be water, my friend“ bringt es auf den Punkt.
Wasser hat eine Menge Eigenschaften und ist doch das Einfachste und Natürlichste der Welt.
Geben wir dem Wasser in uns die Chance so zu sein, wie die Natur es für Wohlbefinden und Gesundheit vorgesehen hat.
(weitere Erklärungen auch auf www.tai-chi.de der Hauptseite des Tai Chi Forum Deutschland)

Eigenschaften, Merkmale Historie in Stichpunkten

  • effektive asiatische Kampfkunst nach dem Yin-Yang-Prinzip
  • beruht auf allgemeingültigen Gesetzen der Mechanik sowie der Schwingungslehre und den universellen Gesetzen
  • wird oft Schattenboxen oder langsames Boxen genannt
  • wahrscheinlich daoistischen Ursprungs, mehrere hundert Jahre alt
  • verschiedene Stilrichtungen, die spezielle Konzepte und Prinzipien beinhalten,
    die bekanntesten Stile: Chen-, Yang-, Wu-, Lee-, Fu-, Sun-Stil
  • authentische ursprüngliche Stile sind sehr umfangreich und anspruchsvoll
  • kennzeichnend für die Lernphase und die energetisierende Ausführung
    sind langsame, runde, weiche, fließende Bewegungen
  • die Welle bzw. das flüssige Wasser bilden den Grundcharakter
    und sind häufig verwendete Erklärungsbilder
  • wirkt in dieser Ausführungsvariante auch als Meditation in Bewegung
  • beinhaltet als Kampfkunst Waffen- und Partner-Übungen und -Formen
  • für den Gesundheitsaspekt werden oft reduzierte Formen benutzt
  • Wellness bedient sich gerne einzelner Übungen zur Streß-Reduzierung
  • einige Übungen / Bewegungsfolgen werden therapeutisch bei Reha-Maßnahmen benutzt
  • Qi Gong (Arbeit an der Lebensenergie) ist Bestandteil des Tai Chi
  • folgende Wirkungen auf Physis und Psyche können erreicht werden
  • (so denn entsprechende Prinzipien ausdauernd praktiziert werden)

  • phys.: Muskeln entspannend; Kreislauf, Atmung, Verdauung, Lymphfluß regulierend;
    Muskeln kräftigend, effektiviert Bewegungen; ist Haltung verbessernd, vitalisierend;
    Ausdauer verbessernd; vermindert das Verletzungsrisiko
  • psych.: Stress abbauend; aufhellend, vermindert Depressivität, Negativität;
    erhöht geistige Klarheit und Lebensfreude, bringt innere Gelassenheit und Frieden

Kurs Tai Chi


Das Taijiquan der Chen-Familie wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erstmals an einen Außenstehenden weitergegeben. Chen Changxing (1771–1853) akzeptierte Yang Luchan (1799–1872) als Schüler im inneren Kreis der Familie. Yang Luchan entwickelte das Gelernte weiter und wurde zum Begründer des Yang-Stils.
(im weiteren wird nur die direkte Familien-Linie der weitergebenden Generationen aufgezeigt
und wichtige bekannte Schüler, die nicht Familien-Mitglieder sind)

Yang Lu Chan (1799-1872)
sein 2. Sohn
Yang Chien-Hou (1839–1917)
sein 2. Sohn
Yang Chengfu (1883-1936)
seine 4 Söhne (davon leben noch 2)
1. Sohn Yang Shao-Chung (Zhenming) (1910–1985) (Cheng Man-ch’ing (1900–1975) ist Schüler bei Yang Chengfu)
2. Sohn Yang Zhenji (1921-2007)
3. Sohn Yang Zhenduo (*1926) (z.Z. Familien-Oberhaupt)
4. Sohn Yang Zhen Guo (*1928)

Yang Jun (*1968) (Zhenduos Enkel = 6. Generation)