Tai Chi Chuan

Bewegung Tai Chi

Die Kunst der langsamen sanften, fließenden und meditativen Bewegungen.

Das offensichtlichste Merkmal des Yang-Stil-Taijiquan, die langsame Ausführung, verleitet sehr leicht dazu, es beim Üben wie bei der Betrachtung, auf die Langsamkeit und das Yin zu reduzieren. Vielen, ins Taijiquan schnuppernden, Männern scheint die offensichtliche Weichheit zu feminin und ein Zeichen von Schwäche oder sie betrachten es als absolut „unmännlich“ – und schütten das Kind gleich mit dem Bade aus. Worum geht es also wirklich?

Hinter der Suche nach Harmonie steckt doch das, jedem Menschen innewohnende, Bedürfnis nach Gesundheit und Wohlfühlen. Nur wird dieses Bedürfnis nicht durch „Maximierung“ erreicht. Natur funktioniert immer durch das richtige Verhältnis mehrerer Komponenten, im einfachsten Fall zweier Gegenpole. Doch welche Wirksamkeit kann man noch erwarten, wenn Wesentliches weggelassen wird? Funktioniert Stromfluß noch, wenn ich bei einer Batterie einen Pol weglasse? Nein! Und so wie bei der Batterie ist es im menschlichen Körper auch, die uns antreibende Energie hat zwei Pole. Harmonie ist demnach das ständige Pendeln um einen optimalen Wert, denn „feste“ Zustände gibt es nicht. Im klug zugelassenem Schwingen zwischen weich und hart, passiv und aktiv, weiblichen und männlichen Aspekten entsteht der Strom der Lebensenergie, der uns antreibt und gesund erhält. Weich und Hart müssen sich ergänzen, um ein sinnvolles miteinander zu schaffen. Yin ist ohne das Yang wirkungslos, das formlose Wasser (Yin) benötigt die Form, das Gefäß (Yang) um seinen Zweck im menschlichen Leben zu erfüllen. Und so wie das Verhältniß bei Tasse und Tee ist, so sollte es auch beim Praktizieren von Taijiquan umgesetzt werden, wenig Härte und viel Weichheit.

Welch kostbaren Schätze der Taoismus uns lehren kann, muß man allerdings selbst herausfinden. Wohl kann man die Innere Künste von außen betrachten und beurteilen, aber über das Wesen des Inneren wird man auf diese Weise nichts erfahren. Eine Zen-Weisheit meint in diesem Zusammenhang: „Der Finger, der auf den Mond zeigt, ist nicht der Mond.“
Meine Erklärungen hier sind nur der „Finger“, um den Mond zu verstehen müßte man also Mond „werden“. Na ja, der Vergleich hinkt, aber Yin und Yang finden eben nur über die körperliche Erfahrung Eingang in uns, und nicht durch Entschuldigungen und Ausreden.
Bruce Lee´s berühmte Aussage: „be water, my friend“ bringt es auf den Punkt.
Wasser hat eine Menge Eigenschaften und ist doch das Einfachste und Natürlichste der Welt.
Geben wir dem Wasser in uns die Chance so zu sein, wie die Natur es für Wohlbefinden und Gesundheit vorgesehen hat.
(weitere Erklärungen auch auf www.tai-chi.de der Hauptseite des Tai Chi Forum Deutschland)

Eigenschaften, Merkmale Historie in Stichpunkten

    • effektive asiatische Kampfkunst nach dem Yin-Yang-Prinzip
    • beruht auf allgemeingültigen Gesetzen der Mechanik sowie der Schwingungslehre und den universellen Gesetzen
    • wird oft Schattenboxen oder langsames Boxen genannt
    • wahrscheinlich daoistischen Ursprungs, mehrere hundert Jahre alt
    • verschiedene Stilrichtungen, die spezielle Konzepte und Prinzipien beinhalten,
      die bekanntesten Stile: Chen-, Yang-, Wu-, Lee-, Fu-, Sun-Stil
    • authentische ursprüngliche Stile sind sehr umfangreich und anspruchsvoll
    • kennzeichnend für die Lernphase und die energetisierende Ausführung
      sind langsame, runde, weiche, fließende Bewegungen
    • die Welle bzw. das flüssige Wasser bilden den Grundcharakter
      und sind häufig verwendete Erklärungsbilder
    • wirkt in dieser Ausführungsvariante auch als Meditation in Bewegung
    • beinhaltet als Kampfkunst Waffen- und Partner-Übungen und -Formen
    • für den Gesundheitsaspekt werden oft reduzierte Formen benutzt
    • Wellness bedient sich gerne einzelner Übungen zur Streß-Reduzierung
    • einige Übungen / Bewegungsfolgen werden therapeutisch bei Reha-Maßnahmen benutzt
    • Qi Gong (Arbeit an der Lebensenergie) ist Bestandteil des Tai Chi
    • folgende Wirkungen auf Physis und Psyche können erreicht werden

(so denn entsprechende Prinzipien ausdauernd praktiziert werden)

  • phys.: Muskeln entspannend; Kreislauf, Atmung, Verdauung, Lymphfluß regulierend;
    Muskeln kräftigend, effektiviert Bewegungen; ist Haltung verbessernd, vitalisierend;
    Ausdauer verbessernd; vermindert das Verletzungsrisiko
  • psych.: Stress abbauend; aufhellend, vermindert Depressivität, Negativität;
    erhöht geistige Klarheit und Lebensfreude, bringt innere Gelassenheit und Frieden

 

Kurs Tai Chi


Das Taijiquan der Chen-Familie wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erstmals an einen Außenstehenden weitergegeben. Chen Changxing (1771–1853) akzeptierte Yang Luchan (1799–1872) als Schüler im inneren Kreis der Familie. Yang Luchan entwickelte das Gelernte weiter und wurde zum Begründer des Yang-Stils.
(im weiteren wird nur die direkte Familien-Linie der weitergebenden Generationen aufgezeigt
und wichtige bekannte Schüler, die nicht Familien-Mitglieder sind)

Yang Lu Chan (1799-1872)
sein 2. Sohn
Yang Chien-Hou (1839–1917)
sein 2. Sohn
Yang Chengfu (1883-1936)
seine 4 Söhne (davon leben noch 2)
1. Sohn Yang Shao-Chung (Zhenming) (1910–1985) (Cheng Man-ch’ing (1900–1975) ist Schüler bei Yang Chengfu)
2. Sohn Yang Zhenji (1921-2007)
3. Sohn Yang Zhenduo (*1926) (z.Z. Familien-Oberhaupt)
4. Sohn Yang Zhen Guo (*1928)

Yang Jun (*1968) (Zhenduos Enkel = 6. Generation)